Kategorie: Spanien

  • Manilva – Tarifa

    Nach einer sehr lauten Nacht -trotz Ohrstöpsel – fuhr ich Richtung Castellar de la Frontera . Das war nicht so geplant aber die Burg auf dem Hügel schien einen Abstecher wert zu sein. Mit der Annäherung an die Burg wurde die Straße immer schmaler, wohlwollend etwas mehr als 2 Meter mit tückischen Versätzen in der Straße. Ich passierte einen weiteren Stausee, der sehr gut gefüllt war. Von einigen Bäumen am Rand des Sees war nur noch die Baumkrone zu sehen. Und das waren sehr große Baumkronen. Nach reichlich Kurven kam ich oben bei der Burg an. Den Hügel haben diverse Völker vor den Mauren besiedelt, bis dann die eigentliche Burg im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Besonders ist die Medina (Altstadt) im Inneren , die bis heute bewohnt wird. Nach einer kleinen Stärkung geht es weiter RichtungTarifa. Dann ist plötzlich Afrika und der Felsen von Gibraltar in Sichtweite. Ich musste noch einen kleinen Stopp einlegen um die Störche auf den Stromleitungen festzuhalten. In der Regel werden die Masten einzeln bewohnt, bei den größeren Strommasten können es dann schon mal mehrere Nester auf einem Masten sein. Ob sich die Störche für den Rückflug nach Deutschland hier aufladen? Ich hatte das Moped noch nicht richtig auf einer schraffierten Fläche abgestellt, um die Photos zu machen, da hielt auch schon eine Auto an, um wollte wissen, ob es ein Problem gibt. Dann sind wir unversehens ins Plaudern gekommen, bis sich einige Autos hinter ihm stauten. Dann wurde tatsächlich auch mal gehupt.
    An den verschiedenen Grüntönen der Pflanzen, den unterschiedlichen Texturen kann ich mich gar nicht satt sehen. Mit der Textur sind die verschiedenen Blattformen und die Beschaffenheit des Blatts gemeint, wie filzig oder glatt oder glatt-glänzende usw.
    In Tarifa habe ich nur für einen Kaffee einen Stopp eingelegt. Tarifa lebt von den Fähren von und nach Afrika und den Wassersportlern. Ich liebäugle mit mal wieder mit Windsurfen, wobei das gar nicht einfach zu finden ist. Heute Kitet oder Foiled der Wassersportler, Windsurfen ist anscheinend „Classic“ um nicht altbacken zu sagen.
    Etwas außerhalb fand ich einen schönen Campingplatz und hoffe arg, dass die Nacht ruhiger wird. Der Strand zieht sich von Tarifa etwas 6 km Richtung Nord-Westen und wird einmal unterbrochen vom Zufluss des Rio Jaro. Das Mittelmeer war schon ganz schön aber den Atlantik gerade hier finde ich schon besonders schön. Wenn sich die Wellen vor dem Strand brechen, ändert sich im Sonnenlicht die Farbe zu einem schönen karibikblau. Auch ohne viel Wind sind die Wellen zwischen 1 – 1,5 Meter hoch. Das Wasser ist noch ein paar Grade frischer im Vergleich zum Mittelmeer. Zumindest die Beine fangen an sich mit der Frische anzufreunden. So ziemlich am Ende des Strands heb ich dann Windsurfer erspäht und bin dahin gelaufen. Leider war das nur eine Produktdemo ohne einen Verleih oder Surfschulen im Hintergrund. Die Windsurfer waren wirklich alle in meinem Alter, der Nachwuchs macht anderes Zeug. Auf dem Rückweg ein Radler in einer Techno-Strandbar, in der ich unangenehm auffiel, da ich der einzige ohne Tattoo war. Das war richtig viel Tinte in der Bar. Der Tattookönig war ein Typ mit Irokesenschnitt, der eigentlich komplett schwarz war.
    Die Suche nach einem netten Restaurant hat mir noch einen Extraspaziergang beschert, diesmal nicht weil ich so pingelig war, sonder weil die einfach zu hatten. Die haben sich nicht nach Google und dem Tripavisor gerichtet, da hatte sie nämlich geöffnet. Dann bin ich wieder in der Bar am Campingplatz gelandet und habe mich ganz mit einem Erdinger Pärchen unterhalten.

    Tour 2

  • Malaga – Manilva

    Nach dem Frühstück und einem netten Geplauder mit einem Papa-Tochter Paar, die nach Marokko fahren, habe ich mich und die Tiger fahrbereit gemacht. Das erste Ziel war ein Stausee im Hinterland von Malaga. Mal abgesehen davon, dass es hier Sahara Sand überall gibt, ist es so unheimlich erfrischend frühlingsgrün. Ginster, Mandelbäume, Schopflavendel blühen, die Mispeln werden reif. Zitronen- und Orangenhaine säumen die Straßen. Leider machen Mauern und Zäune einen kleinen Mundraub unmöglich.
    Ronda wollte ich dann doch nicht links liegen lassen. Diesmal habe ich mir aber die „Unterstadt“ angesehen und eine Mittagspause eingelegt. Es sind schon einige Touristen unterwegs aber noch in erträglichen Maßen (sagt der Tourist). Es hat angenehme 22°, im Gebirge wird es dann aber schon noch ganz schön frisch. … und ein blauer Himmel zum verlieben.
    Die Landschaft um Gaucin ist stellvertretend für die Gegend. Die Felsenformationen und die Farben der Felsen reichen von aschgrau über ocker zu einem rostrot. Gibt es einen kleinen Hügel, wurde darauf eine Burg gesetzt (Achtung Araber!!) und darunter ergießt sich dann ein mehr oder weniger großes oder kleines weißes Dorf. Mit einem ungeheuren Kraftaufwand wurden dem Hügel Flächen abgetrotzt, die super effektiv bebaut wurden. Es geht weiter Richtung Meer, das dunstig vor mir liegt und ein breites Schotterbett mäandert gen Meer. Aktuell sieht man nur ein Rinnsal, mit etwas Phantasie kann man sich vorstellen, welche Wassermassen bei Starkregen sich dann durch die Ebene ihren Weg suchen.
    Die Suche nach einem Campingplatz gestaltete sich diesmal einfach. Der ist jetzt schon zu 80-90 ausgelastet, mal abgesehen von ein paar wenigen Dauercampern. Schnell das Zelt aufgebaut und ab ans Meer. Aber nur ans Meer, bis zu einer Tiefe von 10 cm ist das Waser überraschend angenehm, was sich aber mit jedem. weiteren Zentimeter Wassertiefe rasch ändert. Bis zum Schritt habe ich es immerhin geschafft. Mit Sardinen und einem leckeren Paprikasalat habe ich den Tag beendet.

    Tour Tag 1