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  • Luz – Rundfahrt

    Nach dem Frühstück in Luz fuhr ich in das Landesinnere, um mir 2 Empfehlungen von den Zeltplatzgrazien anzusehen. Diesmal scheiterte ich tatsächlich an einer Straßensperrung. Die war so eng gestellt, dass es zwar gerade so gereicht hätte, jeder Schlenker hätte dann aber einen Kratzer an mir oder dem Moped bedeutet. Ich kehrte um und von der Navigation vorgeschlagene Weg führte mich über einige Kilometer Schotterpiste. Das war schon eine offizielle Straße, deren Belag aber ab noch oder schon wieder fehlte. Wenn das so weitergeht, werde ich noch Pistenspezialist. Zumindest fahre ich mittlerweile ohne inneres Zittern darüber. Da machen sich ein paar Tipps von Rudi bezahlt.

    Wieder auf der normalen Straße mäandert sich diese nach Monchique hoch, einem Städtchen mit Thermalbad. Ich gönnte mir nur eine kurze Rast, denn es zog sich zu, große graue Wolken schoben sich die Berghänge entlang. In der Ferne waren schon graue Regenteppiche zu sehen. Hier lag mir die ganze Küstenebene zu Füßen, mit 50 Shades of Grey an Wolken. Auf der ganze heutigen Strecke kam ich am großen abgebrannten Flächen vorbei, die einmal mit Eukalyptus bepflanzt waren. Wider besseres Wissen wird auch wieder mit Eukalyptus aufgeforstet, bis die Wälder wieder explodieren. Dann durfte natürlich ein Stausee nicht fehlen, der diesmal riesige Ausmaße hatte und in seiner Gänze nicht zu ermessen war. Da wurden etliche Täler geflutet, es gab kleine Inseln im Wasser, tief verästelt durchzogen die Wasserflächen die Berge. Tiefdunkelblau ist das Wasser, was aber auch der fehlenden Sonne zuzuschreiben ist.

    Die abgebrannten Hänge sind oftmals von einer strauchartigen Pflanzenart fast schon überwuchert, der Lack Zistrose, die wunderschön weiß mit geflecktem Blütengrund blüht. Das scheint ein Pioniergehölz zu sein. Die Blüte hält nur einen Tag, dafür gibt es viele davon, die Blüten werden von Bienen gerne besucht.Auch hier blühte es auf den Wiesen und am Wegesrand. Ich musste mich schon ein wenig bremsen, um nicht ständig Fotos zu machen. In der oberen Regionen gab es Korkeichenwälder, die immer noch bewirtschaftet werden. Kräftige, knorrige, schrundige Stämme und Äste machen den Habitus des Baums aus. An feuchteren Stellen sind die Äste mit grauen Flechten überzogen, die zum Teil an den Stämmen herabhängen. Das wirkt dann ein wenig wie ein Märchenwald, eine sehr schöne Stimmung.

    Es fing an zu nieseln und diesmal entschloss ich sofort die Regensachen anzuziehen – gute Wahl! Es gab immer wieder Schauer, richtig übel war es aber nicht.

    Am Abend gab es Lifemusik in Titos Bar, so heißt der Laden auf dem Zeltplatz. Wer möchte kann sich anmelden und wahlweise singen oder auch mit jammen. Das war eine lustige Mischung mit unterschiedlicher Qualität. Die Zuhörer waren voll dabei und haben entsprechend mit gesungen. Engländer betreiben den Laden und organisieren den Lifeaabend.

    Eine echte Band – vermutliches Gesamtalter 250 Jahre – trat auf und die Lady ist eine echten Rampensau! Mir hat es super gefallen!

    Gegen Mitternacht war ich im Zelt und es war etwas feucht, es sollte aber noch schlimmer kommen.