Rota – Corrales

Heute bin ich zum Sonnenaufgang aufgestanden, der aktuell bei 7:55 lag, was sogar für mich eine verträgliche Zeit ist. Das Schild auf dem Weg zum Strand fand ich schön geschrieben. Für die nicht sprachkundigen übersetze ich: „Halte deinen Strand sauber! Wir verlangen nicht, dass du den Strand säuberst. Wir verlangen nur, dass du ihn nicht verschmutzt“. Klare Ansage aber nett. Der Hinweis auf bunten Fliesen macht sich auch gleich besser.
Allerdings musste ich ohne Kaffee los, der Campingplatz hat hinter meinem Rücken seine Öffnungszeiten geändert. Ich habe mich ein wenig ortskundig gemacht und bin auf die Corrales de Rota gestoßen. Ein wunderschöner Weg durch den Pinienwald führte mich an den Strand und da Ebbe war, konnte ich kleine Mauern sehen, die bei Flut komplett vom Meer bedeckt sind. Bei Ebbe bilden sich kleine Bassins, in denen kleine Fische, Krabben und allerlei anderes Getier zu sehen sind. Für die Strandläufer und andere Wattvögel ist das ein gedeckter Tisch. Ich spazierte auf der Mauerkrone Richtung Meer und habe mich über die Formation gewundert, zudem die Mauern immer wieder unterbrochen waren. Ich musste mich sehr vorsichtig bewegen, da die Mauerkrone aus flachen Steinen bestand, die gestellt verwendet wurden. Die Luft war erfüllt von salziger Gischt, die Sonne schien und es wehte eine leichte Brise. Es kann so schön sein!  Was ich nicht sah, waren Korallen. Am Ende meines Rundweges entdeckte ich noch einen Aussichtspunkt mit einer Infotafel. Ich machte so ziemlich falsch, was man falsch machen kann. Durch den Pinienwald darf nur auf dem Holzweg laufen, die Mauern darf man nicht betreten. Die Mauern gibt es seit den Römern, die auf diese Weise Fische innerhalb der Mauern bei Ebbe gefangen haben. Das war ein wenig „Lost in Translation“. Im Spanischen steht „corrales“ für ein eingezäuntes Gebiet.
Meinen gedeckten Tisch fand ich vor einer Bar mit Blick auf die Kirche und das Castello. Die Bilder sprechen für sich, ich habe noch nie so einen zarten Biskuitboden gegessen, die Deckschicht nennt sich Tocino de Cielo (Himmelsspeck). Supername!
Nach meiner Kaffepause fuhr ich zu einer Werkstatt, wo ich für den Nachmittag einen Termin bekam zum Kette spannen. Der Chef war sehr nett und für 5 € war das ein Superservice.