Luz – Wanderung

Ich fuhr semilegal einen kleinen Weg bis zu einer kleinen Ebene, von wo aus ich mich auf den Fishermens Trail macht. Der ist rund 220 km lang, 10 km davon wanderte ich von Luz aus Richtung Lagos. Der erste Anstieg war für meine Verhältnisse herausfordernd, da es ziemlich steil nach oben ging, mehr aber weil es extrem geröllig war. Bei Gelegenheit noch mal einen Dank an meinen Knieoperateur, dem ich zu verdanken habe, dass ich wieder so Wandern kann. Oben angekommen hatte ich einen wunderbaren Blick über den Ort Luz und den Strand und Richtung Lagos entfaltete sich die Steilküste. Man kann ganz entspannt etwas weiter entfernt vom Abbruch laufen oder aber immer wieder direkt am Abbruch entlang laufen. Das ist jetzt nicht super gefährlich mit leidlich gutem Schuhwerk aber auch nichts für ganz schwache Nerven oder Höhenangst. Es geht da rum 80 Meter in die Tiefe. Abgesehen von Hinweisschildern gibt es praktisch keine Sicherung. Trotzdem doch eigen Menschen zu Fuß unterwegs sind, liegen unten am Strand nicht hunderte von Skeletten. Ok, es gibt Ebbe und Flut, vielleicht trügt der Schein. Was ich an der Kante tatsächlich berücksichtigen musste, waren die Böen, die schon heftig waren.

Entgegen der Gepflogenheiten beim Wandern in den Alpen, grüßte man sich hier eher nicht bei Begegnungen. Aktuell ist auch niemand zusehen, aber es gibt da schon Wanderer. Ab und zu setzte ich mich hin, um diese wunderbare Szene auf mich wirken zu lassen. Um die Büsche herum schwirrten allerlei Vögel, die Schnäbel voll mit fetten Insekten, wenn der Wind nicht zu laut blies, war auch Gezwitscher zu hören.

Nach dem Rückweg nach Luz durchstreifte ich noch ein wenig den Ort an der Promenade. „Wir sprechen Englisch“, der Ort wird von Engländern dominiert, was sich auf der Speisekarte niederschlug, zu mindest in Strandnähe. Es gab mehr Coctailvariationen als gute Tapas. In einem kleinen Café probierte ich eine Paste de Nata, die beste bisher in Portugal. Der Teig schön knusprig, etwas Salz ist zu schmecken und Zimt, die Vanillefüllung ein Gedicht.

… meine kleines Gärtnerherz wurde auch erfreut. Besonders gefiel mir die Spanische Iris, die aus dem Nichts heraus neben dem Weg blüht. Die Bienen gingen gemeinsam zum Nektar sammeln, es gab mehrere von den gelben Pflanzen, deren Blüten von Biene zeitlich besucht wurden.