Morgengymnastik – erledigt, Wäsche in der Maschine – erledigt, 1. Kaffee getrunken – erledigt, Zeit für eine Brotzeit. In einem kleinen Laden mit lokalen Produkten habe ich Wurst und Käse erstanden ebenso leckeres Brot oder Brötchen, das sich einfach mal 3 Tage hält und immer noch frisch ist.


Am frühen Nachmittag stetze ich dann nach Aveiro über, einem uralten Handelsort auf der anderen Seite der Lagune. Der Ort ist von einigen Kanälen durchzogen, die es wegen der Salzgewinnung, Handel und Seetanggewinnung gibt. Der Seetang spielte schon seit sehr langer Zeit eine große Rolle und wird als „Nahrungsergänzung“ immer wertvoller. Später wurden die Kanäle für den Transport von Lehm und Fliesen verwendet, einer Industrie, die so richtig Anfang 1900 Fahrt aufnahm. Das damalige Bürgertum war von der Arte Nova – Jugendstil – sehr angetan und hat diesen auf alle Handwerke übertragen und, wer konnte, sein Haus damit geschmückt. Mit der Möglichkeit Farben syntetisch herzustellen – einem deutschen Chemiker Namens K.W.v. Hofman zu verdanken- wurde das Farbenprivileg „demokratisiert“ und breiter Bevölkerungsschichten konnten sich z.B. gefärbte Kleidung leisten. Neben Paris und Barcelona gibt es hier die größte Dichte an Jugendstil Gebäuden.



















Es war schon sehr malerisch hier und am späten Nachmittag ging es zurück auf „meine“ Halbinsel. Rauf auf die Fähre und los ging es. Es gab noch einen 2. Mopedfahrer auf der Fähre und wir kamen schnell ins Gespräch. Obwohl der junge Mann beim Militär ist – Wehrpflicht?- hält er nichts von der aktuellen Regierung. Wir waren zu schnell da, um das Thema vertiefen zu können. Auf jeden Fall sind die Lebenshaltungskosten und die Jobmöglichkeiten ein großes Thema.