
Heute fuhr ich ein wenig auf der Landzunge Richtung Norden an der Lagune entlang. Während der Ebbe sieht das nicht so appetitlich aus, grau schwarzer Schlamm beherrscht das Bild und es gibt nur eine schmale Fahrrinne. Für die Vögel ist der Tisch gedeckt und man kann viele Watvögel, Flamingos uvm sehen. Daneben gibt es Männer, die im Schlamm waten, leider zu weit entfernt, um rauszukriegen, nach was genau die auf der Jagd sind.




Am Nachmittag war wieder einmal Motorradpflege angesagt, wobei ich den Namen der Waschanlage irritierend fand. Sie nennt sich „Aquafree“, was aber mit dem Akt des eigentlichen Waschens nichts zu tun hat. Mein „Waschnachbar“ sah mich etwas ratlos vor dem Bedienungsanleitung stehen. Er hat mir alles erklärt und mich während des Reinigens kritisch beäugt, ob ich auch alles richtig mache. Er hat mir dann noch die 2. Station gezeigt, wo man mit Pressluft das Moped trocken pusten kann. So eine Hilfsbereitschaft würde ich mir in Deutschland einem Ausländer gegenüber auch mal wünschen. Und das war jetzt auf der Reise ja nicht das erstmal, wo mir Hilfe angeboten wurde.
Abends war ich wieder in Portelas essen, mit dem Wirt hatte ich mich bei vorherigen Besuchen ganz nett unterhalten. Auf seine Empfehlung hin hatte ich mich ein Aalgericht bestellt, wobei Aal nicht zu meinen bevorzugten Fischen gehört. Aber das war jetzt wirklich ein Gedicht, das nur aus Kartoffeln, Aal, Zwiebel, Knoblauch, Petersilie und Minze besteht, angesetzt mit ein wenig Olivenöl. Alles ganz sanft gekocht und alles fügt sich zu einem himmlischen Essen zusammen. Da im Restaurant nicht so viel los war haben wir uns über Essen und Kochen unterhalten. Dann packte mich der Übermut, ich fragte, ob sie nicht eine Hilfe in der Küche brauchen. Das war nicht ganz selbstlos von mir, da ich mir davon auch versprach ein wenig mehr „den Portugiesen“ kennen zu lernen und natürlich auch die Sprache. Natürlich war er ein wenig überrascht, rief seine Frau Olivia aus der Küche und sie sagte nur “ My kitchendoor is open for you“. Wir einigten uns auf August, da ich vorher noch einiges zuhause zu regeln habe. Da würde für sie passen, denn da sei ohnehin am meisten los. Ich sagte noch, dass ich am nächsten Abend vorbei komme zum „Probekochen“, um zu sehen, ob das überhaupt mit uns so klappt. Beglückt fuhr ich zum Zeltplatz und wachte immer wieder von dem Gedanken auf.