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  • Sao Jacinto – Angeiras

    Mein „Beleidigtensein“ war am Morgen auch noch da, hatte aber dann parallel noch im Kopf, was ich denn eigentlich noch in Berlin zu regeln habe, ehe ich so einen Schritt machen kann. Wäre der Abend, wie gedacht verlaufen, dann hätte ich das durchgezogen. Jetzt habe ich die Möglichkeit, so ein Projekt besser vorzubereiten.
    Aber ohne Abschied wollte ich dann doch nicht losfahren, für den Fall eines Missverständnisses könnte ich ja noch was klären. Das fühlte sich dann schon wieder besser an. Ich fuhr beim Lokal vorbei, es war mittlerweile 13:00 und „Klären“ war nicht möglich. Der Laden war komplett voll, 2 Leute schafften Essen an die Tische, da war richtig was los. Ich bekam den Chef noch kurz zu sprechen, Händeschütteln und wir verbleiben bis auf ein Wiedersehen. Ich habe ihm noch gesagt, dass ich es wohl diesen August nicht schaffe, was aber jetzt für ihn auch kein Problem war. Ich solle halt kommen, wenn es besser passt. Aber ganz ehrlich, was da in dem Restaurant los war, hat mir schon Respekt eingeflößt. Das wäre mindestens spannend geworden. So konnte ich auf jeden Fall mit einem guten Gefühl losfahren.

    Bilderklärung: Im übrigen waren die Beiden – Mann und Frau – die die Miniräder fuhren, tatsächlich so klein, dass die Räder ganz passend für sie aussahen.
    Ich folgte der Portweinroute, der Douro schneidet sich tief in die Landschaft ein und war eine endlose Reihung von Kurven. Es war kaum was los auf den Straßen und es lies sich herrlich entspannt fahren. Natürlich kommt der Rio Douro nicht ohne Staustufen aus so kam es, dass am Zusammenfluss vom Rio Tamega und dem Douro ein riesiger See entsteht. An einem Restaurant am nördlichen Douro Ufer musste ich etwas abenteuerlich an der Hausmauer parken. Ich hatte vom 1. Stock aus einen herrlichen Blick auf den Fluß. Heute gab es Zicklein, vorzüglich! Freut ich LeserInnen, ich werde einiges nach kochen. Es wird halt nicht so vegetarisch sein.
    Calimoto hat mich dann wieder in eine große Verlegenheit gebracht. Ich versuche schon bei Planung möglichst unsinnige Kurven oder extra Schlenker zu vermeiden. Diesmal war der Abzweig von der Hauptstraße 2 spurig und das Schild „Rota Romantica“ versprach eine schöne Fahrt. Der Belag wechselte von Asphalt zu Kleinsteinpflaster, die Straßenbreite halbierte sich und nach einer Biegung ging es plötzlich einspurig bergab und bergauf. Beides sah nicht nach einem guten Plan zu weiterfahren aus. Da hat das Navi wieder einen völlig sinnlosen Haken eingebaut, der mich mächtig ins Schwitzen brachte und ich habe ziemlich geflucht.

    Gerade rechtzeitig zu einem kleinen Regenschauer kam ich hinter Porto auf dem Zeltplatz an und überbrückte den Regenschauer mit einem Bierchen. Später machte ich noch einen Spaziergang an der Promenade von Angueiras. Der Ort befindet sich gerade im Umbruch, weniger Fischerei und mehr Tourismus. Wobei der Tourismus an sich nichts Neues ist, da der Ort am Pilgerweg nach Santiago de Compostela liegt. Aber auch beim Bau einer neuen Promenade wird wieder aufwendig mit Mosaik gepflastert. Diese Liebe für’s Detail und das Bewahren des Handwerks haben schon eine große Qualität. Es war ein wenig mystisch, so ganz alleine durch den Hafen zu laufen. Die Wellen sorgten wieder für einen ordentlichen Sound und der Wind war relativ stramm. Die Bäume an der Promenade haben sich an die vorherrschende Windrichtung gut angepasst.