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  • Evora – Cascais

    Das ging ja gut los! Nicht weit von Evora entfernt, abseits der Hauptstraße, lag diese Kuh auf der Wiese. Wäre nicht ein Vogel – vermutlich ein Geier- aufgestiegen, wäre mir das Rind nicht aufgefallen. Dann sah ich den aufgeblähten Bauch und am Maul gab es schon Fraßspuren. Was wird wohl mit dem Tier geschehen? Räuber gibt es ja genug hier und der Agronom setzt auf eine natürliche Beseitigung? Vorstellen kann ich mir das schon. Bei den riesigen Weiden kann ich mir nicht vorstellen, dass der Bauer alle Tiere auf dem Schirm hat. Wobei ja alle Tiere gechipt sind und so eine Überwachung vielleicht sogar möglich wäre. Das wäre dann mal zu klären. Ich kam an Stauseen vorbei – diesmal kein Bild – und in unmittelbarer Nähe dazu gab es Felder für den Reisanbau. Mit den Mauren kam der Reis nach Portugal und die Portugiesen sind die größten Reisesser in der EU. In traditionellen Restaurants gibt es immer mindestens ein Reisgericht, gerne Reis mit Sardinen und Meeresfrüchten.

    Südlich von Lissabon liegt wie auf einer Halbinsel Setubal – riesiger Hafen- und an der Küste gibt es eine grandiose, kurvenreiche Strecke entlang der Steilküste. Ein kurzes Stück führt entlang eines Bergrückens, von dem aus man die Bucht von Setubal und die Ebene südlich von Lissabon sehen kann. Keine Foto, weil zu gefährlich. Mit dem Gespür für magische Orte wurde im 16. Jahrhundert das Kloster Convento da Arrabida angelegt. Runde Türme wurden markant und weithin sichtbar erbaut und ganz oben waren auf dem Berg Kreuze zu sehen. Vermutlich ein Kreuzweg und oben dann die Kreuzigungsstätte. Nach rechtzeitiger vorheriger Anmeldung kann man den Klostergarten – eher eine Parkanlage -besichtigen. Wenn ich immer vorher wüsste, wo ich vorbei komme!

    Augen zu Augen auf und man könnte sich ein Aufwachen in der Karibik vorstellen. Was für Türkischattierungen und wunderschöne hellgelbe Sandstrände. Wäre da nicht der saukalte Wind und die Wassertemperatur. In Sesimbra trank ich nach einer aufregenden Abfahrt einen Superbock Zero. Calimoto hat mir wieder einen Streckenabschnitt vorgeschlagen, wo es mir die Haare aufgestellt hätte, wäre nicht der Helm gewesen. Dies Straße war relativ eng, etwa ein Auto breit, ziemlich abschüssig, … und plötzlich fehlte die Straße! Das heißt die Reste davon waren schon noch vorhanden, mit tiefen Erosionsrinnen, zumindest für nicht befahrbar. Das war jetzt eine Situation, wo ich gerne mit einem Fahrpartner unterwegs gewesen wäre. … oder Partnerin natürlich. Beim Umdrehen, Stückchen für Stückchen vor und zurück brachte ich das Moped wieder Richtung bergauf und konnte weiterfahren. Bei solchen Aktionen läuft mir dann der Schweiß durch die Poritze!
    Beim Anblick der Badenden fand ich dann einen Badetag in Cascais sehr verlockend. Ein sehr netter Angestellter bei der Fähre – hatte auch schon ein paar Bierchen – half mir beim Lösen des Tickets. Eigentlich wollte ich nur wissen, ob ich das Moped mitnehmen kann, er schnappte sich meinen Arm, brachte mich zum Fahrkartenautomaten und bereitete alles für den Kauf vor. Nach 3 Anläufen hatte ich das Ticket in Händen, 2.50 € für Mann und Moped.

    Die Fahrt von Lissabon nach Cascais war keine Freude, da ich voll in den Abendverkehr kam. Es ging aber verhältnismäßig schnell. Zwischendrin gibt es Geschwindigkeitskontrollen, also Ampeln. Die erkennen die Geschwindigkeit des heranfahrenden Fahrzeugs, ist man zu schnell, schalten sie auf Rot. So fährt es sich am besten mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit. Fände ich bei uns auch gut. Der Campingplatz liegt super schön über einer Bucht, jetzt musste ich nur noch gegen den Küchenschluss das Zelt aufbauen, was bei dem Wind nicht ganz so einfach war. Gut, dass mittlerweile jeder Handgriff sitzt.