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  • Rocio – Lagos

    An den beiden Campingentwürfen konnte ich dann doch nicht vorbeifahren, ohne ein Foto zu machen. Angesichts der sandigen Straßen in Rocio fand ich dann den Truck angemessen. Der kann sich wenigsten selbst wieder aus prekären Situationen befreien.

    An der Küste entlang fuhr ich nach Huelva, einer Industrie Stadt, die vom Fischfang und von den Minen am Rio del Tinto lebt. Hier ist auch das Mündundsdelta des Rio del Tinto. Ja nach Wind roch man die Ausdünstungen der Petroindustrie. Die Uferpromenade war einen Stopp und Kaffee wert, zu dem war gerade ein Fußballspiel zu Ende, die Straßen waren entsprechend voll.

    Huelva hat mich dann doch nicht so angesprochen und ich bin weiter Richtung Faro gefahren, wo ich Zelten wollte. Die Landschaft wurde noch weiter Richtung Landesinnere und es gab wesentlich mehr große Weideflächen. … jetzt wurden die Ansiedlungen wirklich rar, 20 – 30 km ohne ein Dorf, versprengte Gehöfte, das war es. Zum Motorradfahren ein Traum, prekär wurde es nur, als ich einen Umweg fahren musste und feststellte, dass mein Navi eingefroren war. Diverse Neustarts haben nichts gebracht, Google Maps hat mich dann gerettet.

    Und dann passierte, was ich unbedingt vermeiden wollte. Ich hatte einen Zeltplatz in Faro ausgewählt und vorher noch einen Kaffee und leckeren Kuchen zu mir genommen. Bei der Gelegenheit festgestellt, dass Portugal ja in einer anderen Zeitzone liegt, es war also noch „früher“. Der Zeltplatz war zu, Anmeldung ohnehin nur online möglich aber nicht mehr für diese Nacht. Ich konnte noch mit einem Angestellten sprechen, der sich nicht erweichen lies und mir nur sagte, dass der nächste Platz 50 km von Faro weg ist. Ich habe noch einen Campingplatz auf dem Weg Richtung Westen gefunden, doch der war schon seit Jahren verlassen – nicht aber im Internet-, es wurde allmählich dunkel. Ohne Erfolg hatte ich versucht Dennis den Mopedkumpel zu erreichen, der schon in Portugal war und dem ich wusste, dass er in Lagos ist. Weiter also, jetzt war es schon richtig dunkel und ich hatte mich so auf Campen versteift, dass ein Hotel gar nicht in Frage kam. Eine Adresse im Hinterland war plötzlich auf Maps verschwunden. Wegen eines „Lesefehlers“ – Lagoa und Lagos- verwechselt während der Fahrt, wurden dann aus 20 Kilometer dann noch mal weitere 60. Um 23:00 war ich dann in Lagos, fand noch einen Platz, musste im voraus zahlen und landete in der 3. Welt. So was habe ich noch nicht gesehen, das toppt alles was ich an Zeltplatz in den 70er Jahren in Italien erlebt habe. Immerhin ein Platz für die Nacht. So fuhr ich heute ohne Absicht rund 400 km und saß 9 Stunden auf dem Moto. Da endet dann auch die Begeisterung für das Motorrad fahren.