Nach diesem Frühstück kann der Tag kommen. Schade, dass ich mein Lieblingscafe nicht mitnehmen kann. Das wird schon fehlen, zum einen wegen des Frühstücks und dann wegen der unprätentiösen Atmosphäre. Das Café wirkt bei all den schicken anderen Cafés und Bars etwas aus der Zeit gefallen. Meinen Schweizer Kollegen lies ich zurück und auch die anderen super netten Menschen, die ich auf dem Campingplatz kennengelernt habe. Gerade die Leute die für Orbitur arbeiten, machen mehr als nur ihren Job. Ich habe noch ein paar letzte Infos von einem Radler bekommen, was dazu führte, dass meine eigentliche Tagesplanung nicht zu machen war.
# Mit den Bildern wird es etwas unübersichtlich, weil ich mit den Formaten etwas herum gespielt habe. Ihr werdet die Zuordnung aber schaffen. #
Sanftwellig breitet sich das Alentejo aus, es gibt riesige Weiden mit braunen Longhorn Rindern und gelegentlich auch mal eine Pferdekoppel. Diese wilden Wiesen, die einfach wachsen und blühen dürfen, sind immer wieder eine Freude für meine Augen. Ein unspektakulärer Weg führt zum Cabo Sardo mit dem unverzichtbaren Leuchtturm. Auf dem Weg zum Wasser passierte ich noch den besten Fussballplatz in ganz Portugal – zumindest bis jetzt. Kicken mit Seeblick, wo gibt’s das sonst noch. Bei den wenigen Zuschauerplätzen wird es allerdings eng bei der nächsten Runde auf dem Transfermarkt.
Vom Meer war gar nichts zu hören und der Wind tobte noch nicht mal. Ich folgte einem markierten Weg, das war jetzt alles Parque Natural. Und plötzlich waren da die Klippen und entsprechend der Sound des Atlantik.















„Sicher ist sicher“ haben sich zwei Storchpaare gedacht und direkt auf der Klippe ihr Nest errichtet. In einem waren auch 3 Junge zu sehen. Wer diese Heimstatt überlebt, muss vor nichts mehr Angst haben. Steinig war der Weg zu den Klippen, die Pflanzen versuchen, wo immer es geht, sich ein Plätzchen zu sichern. Das vorwiegende Gestein war Sandstein, mit sehr schönen Färbungen. Leider kommt das Blau auf dem Photo nicht so raus.






Eigentlich wollte ich noch eine Burg besuchen, kam vom Weg ab zu einem Rundkorso und so in Genuss einer Surferbucht mit sehr langen Wellen. Am Ende der Bucht schmiegt sich ein kleines Dorf an den Hang, noch ist’s sehr übersichtlich was die Bebauung anbelangt. Es ist so schön da, dass es absehbar die kleinen Häuser nicht mehr geben wird. Aktuell sind die Zielgruppe oder Besucher Surfer, Radler und Wanderer, die brauchen nicht so viel Infrastruktur. Kann man nur hoffen, dass keine Golfer sich hier auch noch breit machen. Jeder größere Ort, der was auf sich hält, hat einen Golfplatz. Ein Wahnsinn, wenn man der Wasserverbrauch für den Rasen bedenkt. Da wird so mancher Stausee sein kostbares Wasser spenden müssen.








Bei Vila Nova de Milfontes machte ich noch einen Schlenker zur Mündung des Rio Mira. Langsam glitten die Wellen über die Sandbänke des Mündungsdeltas, das Südufer ist eher sandig und das Ostufer steinig. Gut, dass ich noch auf den Zeltplatz musste, sonst hätte ich mich wieder bei den Steinbassins verloren.
Mal abgesehen, von der Infrastruktur die vorgehalten wird und den Menschen, die dafür gebraucht werden, bin ich nahezu alleine auf dem riesigen Parque Campismo, wie der Portugiese sagt. Die Rezeption liegt fast an der Hauptstraße, dann geht es aber erstmal 1 km durch den Pinienwald, bis die eigentlichen Stellplätze anfangen. Ich bin der einzige mit Zelt. Wenn alles frei ist, wird die Wahl des richtigen Platzes zur Aufgabe. Das könnte die ruhigste Nacht werden, wenn es jetzt auch mal durchgehend trocken bleibt bin ich bei 6 von 5 Sternen.

