Sao Jacinto – Urlaubstag

Himmelfliegende Träume

Beseelt von der Vorstellung im August wieder in Portugal zu sein und „Kochazubi“ zu sein, startete ich den Tag. Ich legte mir zurecht, was ich alles erledigen muss, wo ich das Motorrad zwischenlagern kann und von wo aus es die besten Flüge nach Berlin gibt. Ich wollte schon meine Tour fortsetzen und jetzt noch nach Nordspanien fahren. Es gab entsprechende Flüge und über Bilbao schien das Projekt „Work and Travel“ gut machbar zu sein. Meine Zeit bis zum Probekochen überbrückte ich mit einem Dünenspaziergang und ein wenig selbstgrillen am Strand. Es ist schon unglaublich wie wenige Menschen aktuell da sind und es ist Wochenende! Was mich auch wieder erstaunte sind die Wohnmobilmenschen, die hinterm Strand kostenfrei ihren Camper parken, die Sonnenliegen auspacken und dann auf dem Stellplatz liegen. Warum fahren die an die Küste? Reicht ihnen der Sound des Meeres und die Vorstellung, dass sie ans Wasser gehen könnten? Oder gewinnt der Kühlschrank und die eigene Musik, mit der man sich beschallen kann?
Leider lud mich auch hier das Wasser nur zu einer Knöchelbefeuchtung ein, mehr war für mich nicht drin. Wobei es schon auch erstaunlich ist, wie unterschiedlich das Wasser an den unterschiedlichen Stellen ist. Aktuell machen da 2 Grad Unterschied schon viel aus für mich. Auch wenn es nicht zu äußersten kam.

So gegen 19:00 fuhr ich dann zum Restaurant, um meinen Dienst anzutreten. Diogo, der Chef war leider nicht da und seine Frau grüßte kurz aus der Küchenluke, war dann aber nicht mehr zu sehen. Der Sohn, der bediente, hatte keine Ahnung von der Sache und irgendwie kam ich nicht weiter. Ich trank einen Café, um die Situation zu überbrücken, stand ein wenig hilflos in der Gegend rum und fuhr dann zurück zum Campingplatz. Hatte ich mir das gestern alles nur eingebildet? Oder ging da irgendwas zwischen den verschiedenen Sprachen verloren? Da ich keinen Ansprechpartner hatte, konnte ich das auch nicht auflösen. Ich kam mir auch ein wenig wie ein versetzter Liebhaber vor, hatte ich mir doch alles so schön zurecht gelegt. Ich hatte ein ziemliches Kopfkarussel.
So richtig Spaß machte dann der DFB Pokal auch nicht, obwohl ich den Bayern diesmal den Sieg sogar gönnte. Sie waren einfach die bessere Mannschaft.