Nach dem Frühstück, hat wegen meiner Hausaufgaben länger gedauert, ging ich zurück zu meinem Platz. Wir waren umzingelt von zig 2 Personenzelten und ein riesiges Festzelt war aufgebaut mit Kühl- und Musikboxen, Outdoorküche und jede Menge Bierzeltgarnituren. Es stellte sich heraus, dass das ein Lager für Jugendliche aus einer Bamberger Jugendhilfe war, die über Ferien und Jahre hinweg den Jakobsweg laufen. Die haben in Deutschland angefangen und laufen jetzt ihre letzten Etappen. Die Altersspanne ist von 10 bis 21 Jahre, wobei die „Alten“ ehemalige sind, die aber der Gruppe und den Sozialarbeitern immer noch verbunden sind. Betreut werden die Kinder von der Don Bosco Stiftung, die sich um arme Kinder und Kinder von alleinerziehenden Müttern kümmert. Das ist mal eine gute Sache von der katholischen Kirche. Die SozPäds waren schon mal sehr nett und wenn die Kinder nach 30 km im Lager ankommen, dürften die Kinder auch erschöpft sein.









Bekannte haben in Viano do Costelo ein Haus gekauft und da mich Portugal auch angfixt hat, wollte ich mir zumindest mal das Städtchen anschauen. Ihre Adresse hatte ich leider nicht. Der Hafen prägt die Stadt, die Gassen sind schmal und Häuser im wesentlichen auch. Ich war so um die Siesta vor Ort und es eine schläfrige Ruhe dominiert die Stadt. Es ist quasi nichts los, außer den üblichen Touris – mich inklusive-, die bei großer Hitze durch die Stadt laufen. Noch herrscht normales Leben vor und der Tourismus geht fast unter. Seit der ersten Besiedelung gab es immer an der selben Stelle eine Befestigungsanlage, die über die Zeit immer ausgebuffter und größer wurden. Bis auch die letzte in ihrer Bestimmung hinfällig wurde und heute als Fortbildungsstätte genutzt wird.










Entlang des Kais wird eine Kulturmeile – mal sehr modern- gebaut, in der das Finanzamt, Amt für Studienangelegenheiten, eine Uni-Bibliothek und 4 Restaurants untergebracht sind. Bei uns gäbe es, wenn überhaupt nur eine Kantine. Mir hat die Verwendung der kompletten aussenliegenden Klimasteuerung als skupturales Element der Fassade gefallen.
Prominent erhebt sich eine Kirche, die der schwarzen Madonna von Fatima gewidmet ist, die auch in der Apsis die Stellung hält. Der liebe Jesus wurde unter die Decke gehängt.
In der Altstadt verbarg sich hinter einem schlichten Portal ein barocker Wahnsinn in portugiesischer Form. Da fließt und wölbt es sich nur so in Marmor und Gips. Das erschlägt einen genauso wie der überbordenden bayrische Barock der Gebrüder Asam. Unter einem handwerklichen Aspekt betrachtet, ist das schon beeindruckend, wie da alle Register der damaligen Kunstfertigkeit gezogen wurden. Dazu kommen noch die Fliesen in den Ausbuchtungen, die irre Geschichten, zum Teil sehr weltlich, erzählen.






Das Haus der Portugiesischen Kommunistischen Partei durfte nicht fehlen. Es kommt etwas schlichter daher wie die Kirchen, aber auch hier wird am Seelenheil der Menschheit gearbeitet. Würde beide den Menschen und nicht die reine Lehre in den Vordergrund stellen, dann könnte aus beiden noch was werden.
Die Kinder waren wirklich alle ziemlich fertig und um 23:00 war kein Mucks mehr zu hören, nur noch der Atlantik. Ich werde ihn vermissen!