Heute gab’s den 2. Reitausflug mit Susanna. Der letzte Mal war es mehr zum Kennenlernen, heute wurde es dann sportlicher mit schönen Trab- und Galoppstrecken. Die Landschaft war sanft hügelig, wellig, manche Felder waren kurz der Ernte, am Wegesrand blühten Kamillensträucher, Mohnblumen und allerlei andere Pflanzen. Die Starkregen setzten den Hängen ganz schön zu und es gab große Erosionsrinnen. Auf einem Hügel, den wir passierten, wurde eine Siedlung für Wohlhabende vom Ort aber andere Spanier genau. Die Häuser in der ersten Reihe, mit dem besten Blick in die Weite der Ebene des Guadalquivir, sind höchst gefährdet. Noch ein paar ordentliche Regenschauer dann befinden sie sich wieder in der ersten Reihe, diesmal können sie den Berg raufschauen. Wenn es dann noch was zu schauen gibt.
Es regnete schon lange nicht an diesem Ort und die Erde ist tiefschollig ausgetrocknet, die Spalten sind etwa 2-3 cm breit und ca 10 cm tief. Mein neues Pferd war auch wieder wunderbar zu Reiten, angenehm im Trab und weich im Galopp. Es reagierte auch bei mir super auf die Hilfen. Da brachten die Reitstunden im letzten Jahr und der Reitaufenthalt in Polen schon ganz schön was. Plötzlich tauchten in der Ferne Wildpferde auf, die Marismeñas, die frei herumlaufen dürfen. Mit in der Herde waren auch gebrandmarkte Pferde. Die weißen Marismeñas hatten blaue Augen, seidige lange Wimpern, was ihnen einen besonderen Anblick verleiht.
Susanna und ich verabschiedeten uns sehr nett und wenn es „dumm“ läuft komme ich zu meinem ersten Internetauftritt. Sie hat beim Ausritt gefilmt und wollte das Video „sozial“ verbreiten.
Mittagessen am Flussdelta des Guadalquivir, 5. längster Fluss Spaniens. Auf der westlichen Flurseite beginnt der Nationalpark La Donana. Sanlúcar de Barrameda ist geprägt vom Fischfang – kann man an bestimmten Orten riechen- und Sherry Bodegas – nicht zu übersehen. Heute gab es Thunfischwurst, klingt nicht nur interessant sondern schmeckt auch ausgezeichnet. Rezept (https://delicias-baruz.blogspot.com/2015/10/morcilla-de-atun-rojo.html) . Mit meinem Schweizer Moped Kollegen ist es gerade schwierig, zu Fuß klappt es bestens, mit dem Moped verlieren wir uns ständig. Egal wer von uns beiden vorausfährt.
Der Moto GP in Jerez dl Fra warf seine Schatten voraus, eigentlich kein Schatten sondern eher einen Soundteppich. Der Campingplatz füllte sich mit Motorradfahrer und ihre Sozias. Es scheint dem Moto-Spanier an sich ein großes Anliegen zu sein, dass aber auch alle auf dem Campingplatz mitbekommen, dass ER jetzt angekommen ist. Vorbei mit der Ruhe, andererseits herrschte jetzt eine ganz andere Stimmung, hat was von einem Volksfest. Ab jetzt ist Toleranz Trumpf, in allen Belangen. Was mir angenehm auffiel ist, dass Alkohol ein komplett untergeordnete Rolle spielte. Es waren einfach keine betrunkenen Spanier und Innen unterwegs. Bestimmt nicht komplett nüchtern aber halt zivilisiert.




















