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  • Rundfahrt – Chipiona

    Mit großem Getöse füllte sich der Campingplatz. Die Stimmung auf dem Platz war jetzt eine ganz andere. Es sah eher aus wie bei einem Motorradtreffen, vor allem hörte es sich auch so an.

    Wir fuhren gegen Mittag los und umfuhren im großen Bogen Jerez. Den ersten Stopp machten wir in Trebujena, ein kleines Städtchen auf einem Hügel gelegen. In der Bar bedurfte es einiges an aktustischem Durchsetzungsvermögen. Die Musikbox und die Gäste gaben ihr bestes um sich gegenseitig zu übertönen, am Tresen herrschte großes Gedränge und dauerte ein Weilchen, bis ich an der Reihe war. Aber dann ging’s echt flott. Im Ort gab am Wochenende ein Stadtfest, alle Straßen in der Altstadt waren mit bunten Stofffahnen geschmückt, allerdings waren noch einige Stände im Aufbau. Ein Storch hat auf dem Kirchturm direkt über der Kirchenglocke sein Nest gebaut. Es würde mich schon interessieren, wie darauf der Nachwuchs reagiert. Es gibt viel Kunsthandwerk, Wurst und Käse, Kräutertees und Aromaöle nicht zu vergessen Sachen zum Anziehen, gerne auch mal in Indien gefertigt.

    Weiter geht es durch hügelige Landschaft und ständig begegneten uns Mopeds. Die Strecke war nicht besonders anspruchsvoll aber gut zu fahren. Durch Zufall landeten wir direkt an der Rennstrecke und jetzt wurde es richtig voll. Ich möchte eine Lanze brechen für Spanier, sowohl die das Event organisieren als die Teilnehmer, die natürlich nicht alle aus Spanien sind. Das geht alles so unaufgeregt von statten, keine Gemotze auf beiden Seiten. Ich habe das Gefühl, dass alle ein Interesse daran haben, dass es ein tolles Fest wird. Kurz vor Jerez stoppte uns die Guardia Civil. Wir konnten weiterfahren, nachdem ich erklärt hatte, dass wir nur um Jerez herumfahren wollten. Die Herrn waren sehr freundlich, erkundigten sich wo wir her kommen und und hin wollen, das war’s. Wir fuhren an der Rennstrecke vorbei, an Campingplätzen die noch trocken waren (!) und an tausenden Mopeds. Da sollte man sich schon gut merken, wo das Moped steht.


    Zurück in Rota war ich beim Friseur und fand in einer Landhandlung passende Handschuhe aus Leder. 2,95 € sind auf jeden Fall gut angelegt. Später fuhren wir nach Chipiona, einem eigentlich beschaulichen Küstenort. Auf der Promenade liefen wir am Leuchtturm vorbei, Richtung Motorrad treffen. Obwohl das Meer ganz ordentlich rauschte, lag ein leichtes Motorendröhnen in der Luft. Die Promenade lag etwas erhöht über dem Strand, geschützt durch eine Mauer, dann folgt ein Gehweg, eine Reihe Palmen, ein schmaler Fahrweg und dann der Zugang zu den Restaurants. Immer wieder war der Fahrweg durch Betonhindernisse versperrt. Man konnte schon weiterfahren, es war mir eine Schikane, so dass man abbremsen musste. Das hatte auch seinen guten Grund. Die Fotos und Videos erklären alles. Wir aßen ganz gut zu Abend, immer wieder vor ein einzelnes Motorrad oder eine Gruppe an uns vorüber. Je nachdem Temperament des Fahrers wurde es schon mal ordentlich laut.

    Es war schon unglaublich, was man sich da so gegenseitig zumutete. Lärm aus enkernten Auspuffanlagen, Abgase, Reifen Abbrand, allgemeine Lautstärke durch die vielen Menschen. Unsere deutschen Ordnungshüter und Menschen vom TÜV wären hier dem Herzinfarkt. verdammt nahe. Das spielt sich nicht irgendwo auf der grünen Wiese ab, sondern mitten im Wohngebiet. Der Spanier an sich ist schon echt hart im nehmen aber auch im Geben. Ein Typ hat irgendeine Art von Unterbrecher am Gasgriff angebracht, mit dem er Fehlzündungen auslösen konnte.

    So konnte er es im Takt knallen lassen. Bis auf die Kinder und einige wenige Erwachsene hatte niemand Ohrenschützer auf. Lange hielten es auch wir nicht aus und machten uns auf den Rückweg. Weg von den verrückten konnten wir noch ein wenig die Nacht Stimmung im Ort genießen.

    Irgendwie hat man es in Chipiona geschafft, dass die erste Reihe am Ufer nicht so hoch gebaut wurde. Die Häuser waren in der Regel zwei bis viergeschossig, alles auf jeden Fall niedriger wie die Palmen.