Nazarè – Coimbra

Noch ein Bildernachtrag zu dem Sturm der den Zeltplatz verwüstet hat. Vom Zeltplatz fuhr ich an den Strand von Nazarè, der für seine Riesenwellen weltweit bekannt ist unter dem Naben „Supertubos“. Das sind Wellen, die quasi einen Tunnel bilden. Heute war es eher ruhig, die dicken Wellen gibt es von November bis Februar.

Es war wieder alles da, was mein kleines Herz erfreut. Ein nettes Café, Strand mit einem fantastischen Meer, betörende Farben und der Charme vergangener Zeit an manchen alten Häusern. Im Kulturhaus wird gerade an den Widerstand gegen den Faschismus erinnert, der in Portugal immerhin 40 Jahre dauerte. Die Konservativen, die Kirche und der Großgrundbesitz hat Portugal auch an unsere Faschisten verraten. Weil die Gestapo bei uns so toll funktionierten hat man die gleich nach Portugal exportiert. Aktuell gibt es aber auch wieder ungute Tendenzen, wie überall in Europa. „Grandola, Vila Morena“ hat über den Rundfunk ausgestrahlt mit der friedlichen Nelkenrevolution den Untergang der Diktatur eingeleitet. Ich kann mir nicht helfen, aber diese Widerstandslieder rühren mich sehr an und treiben mir ein Tränchen in die Augen. Von der Baixa, dem Strand fuhr ich zur Alta, dem oberen Teil von Nazarè. Es gibt natürlich einen Aufzug, der seit 100 Jahren bis auf 5 Tage Auszeit, seinen Dienst tut. Wuchtig thront die Kirche und um den großen Platz gruppieren sich schöne Häuschen. Es gibt einen sehr schönen Weg runter zum Leuchtturm, mit Blick auf den anderen Strand, auf den die Riesenwelle auftreffen.

Die Atlantikstraße war schön zu fahren, aber auch besonders aufregend. in Foz do Figueras wurde ich an der Promenade auf ein Restaurant aufmerksam. Ich wegen des Verkehrs sehr langsam fahren und sei kam es zu einer befriedigenden Begegnung. Für Fisch- und Krustentierfeunde und Innen ein Traum. Alles war so frisch und ausgesprochen schmackhaft. Da ich diese Entenmuscheln noch nie gegessen hatte, nicht mal genau wußte, was da auf dem Teller liegt, bat ich die Kellnerin mir zu helfen. „Kann ich“ fragte sie, „Claro“ sagte ich und dann griff sie sich ein Tierchen. Mit dem Fingernagel trennt man den „Schlauch“ auf und zieht den Fruchtkörper heraus. Der schmeckt herrlich nach Meer, feste Konsistenz, ein echter Hochgenuss! Der Hotelier meiner Bleibe in Coimbra kennt den Laden und hat mir gesagt, dass das beste Laden für Meeresfrüchte ist. So ein Glück muss man erstmal haben!

Ich freute mich schon auf die Pension in Coimbra, sie liegt in einer Nebenstraße, und ein richtiges Bett. Nach einem langen Spaziergang an der Promenade und einem schönen Sonnenuntergang, begleitet von einem Gläschen weißen Port, fand ich ein nettes Lokal. Durch enge Gassen ging es Richtung Unterkunft, etwas unangenehm waren die vielen Dealer auf der Straße. Aber wer die Hasenheide kennt, den ficht nichts mehr an. Ich gehörte auf jeden Fall nicht zum Beuteschema.
Gute Nacht!