Heute endete der Aufenthalt auf dem Campingplatz und auch mein Schweizer Kollege machte sich auf den Weg. Dennis hat einen kompletten Hausstand dabei und wenn er das Moped fertiggepackt, steckt er wie ein Playmobilmännchen auf dem Motorrad.Es bestand eine lose Verabredung sich wieder in Huelva oder Faro (Portugal) zu treffen. Mit Faro gab es noch eine nette Begebenheit. Wir waren auf dem Rückweg in Chipiona nach dem großen Geknattere. Wir kamen an einem Pfosten vorbei, der auf verschiedene Orte hinwies. Auf einem stand „Faro“. Dennis zeigte darauf und sagte:“ Da fahre ich auch noch hin!“. „Da waren wir schon.“ sagte ich, er schaute mich verständislos an. Nach einem kurzen Päuschen klärte ich auf. „Das heißt Leuchtturm auf spanisch.“

Auf dem Weg nach Sevilla führte mich der Weg wieder über echte Landstraßen, vorbei den Aquädukten, den Wasserverteilern und Olivenhainen. In einem Örtchen fuhr ich durch eine Stadterweiterung. Besonders fand ich wieder die Reihenhausbebauung und die gemeinsame Verbindung über den Arkadengang. Am Ende einer solchen Einheit gab es eine Bar, die auch zur Mittagszeit gut besucht war, vor allem von den Senioren. Leider hatte ich keine Zeit!
In Las Cabezas de San Juan – muss man sich nicht merken- aß ich in einem Restaurant zu Mittag, das ein Menu del Dia anbot. Das besteht aus einem Getränk, Vor- und Hauptspeise, Dessert oder Café und das alles für 12 €. Man bekommt dafür leckere Hausmannskost, Service ist eher freundlich ruppig, vor allem super schnell. Nach der Aufnahme des Gewünschten wird die Bestellung quer durch das Restaurant gerufen mit der Angabe des Tisches.Würde man es darauf anlegen könnte man in 15 Minuten mit dem Mittagessen fertig sein. Frequentiert wurde es von allen Bevölkerungsgruppen. Es war ein schönes Bild Anzugmenschen, Bauern mit erdigen Stiefeln, Mechanikern im ölverschmierten Blaumann, dazwischen ein paar Rentner, den versprengten Touristen nicht zu vergessen, vereint zum Mittagessen zu sehen.












Der angesteuerte Campingplatz erwies sich als noch schlechter als beschrieben, eingekeilt zwischen mehrspurigen Straßen und quasi ohne Schatten. Die Idee war ursprünglich von da aus öffentlich in das Zentrum zu fahren, was ich dann verwarf. „Auf in den Kampf…“ und gemäß dem Motto „Erstmal ins Zentrum, dann ergibt sich schon was“. Das war dann schon etwas aufregend und leider waren einfache Pensionen nicht so einfach zu finden. Mit sehr viel. Glück fand ich im Zentrum, also im Zentrum vom Zentrum eine günstige Unterkunft. Die Zimmer waren um einen Patio angeordnet – jetzt überdacht- 4 geschossig mit 2 Zimmern auf dem Dach. Und davon habe ich eines bekommen, das für 3 Personen ausgelegt war. Das Schloss war extrem schwergängig und ich bat einen Mitbewohner, ob er mir helfen könnte. Konnte er und dann bat ihn mir seine Telefonnummer zu geben. Er sah mich etwas befremdet an und ich erklärte ihm, dass ich ihn ja zum Aufsperren benötigte. Mit etwas Kettenöl konnte ich das Problem dann lösen.









An der Stelle der alten Markthalle wurden die Setas (Pilze) gebaut, eine Holz, Stahl- Betonkonstrukion mit Terrasse, Aussichtsplattform, und im Untergeschoss jede Menge Multimedia Zeug. Die Markhalle wurde schon in den 1970ern abgerissen und seitdem gab es Ideen für Bürogebäude, ein Parkhaus, das üblich Zeug halt mit dem eine Innenstadt beglückt wird. Ich finde es schon immer wieder bemerkenswert, wie offen die Spanier für was komplett Neues und Verrücktes in so einer Altstadt umgehen. Inspiriert wurde das Objekt durch die Säulen der Kathedrale und den riesigen Ficusbäumen auf dem Platz. Solche Projekte sind natürlich auch umstritten und es wird um die Realisation gerungen, dennoch werden solche Projekte umgesetzt.

Ich sagte der Kathedrale noch „Hallo“, kam wirklich zufällig an der Bar Europa vorbei, wo wir vor ziemlich genau 30 Jahren mal waren. Ich glaube sie wurde ziemlich umgebaut, für mich sah sie auf jeden Fall anders aus. Wie das halt so mit den Erinnerungen ist. Ich entdeckte eine neue Lieblingstapa: Confiertes Artischockenherz mit kleinen Schinkenwürfelchen. Ganz ohne Jamon Serrano geht es halt nicht.